HF AD Příbram Vorstellung

Das Antonín-Dvořák-Musikfestival kann sich einer jahrelangen Tradition rühmen, wobei es seinen Veranstaltern gelang, die Festspiele als eine Kulturveranstaltung auf hohem Niveau, und in den Festspielorten auch als ein kulturelles Event von erstrangiger Bedeutung zu etablieren. Das Festival entstand 1969 auf Initiative der Antonín-Dvořák-Gesellschaft und des Kreiskulturzentrums in Příbram, denen das Kulturministerium damals eine finanzielle Unterstützung zugesagt hatte. Und diese Unterstützung konnte sich sehen lassen, denn sie ermöglichte auch solche Orchester einzuladen wie z.B. die Tschechische Philharmonie, das Sinfonieorchester der Hauptstadt Prag FOK, das PKO, die Slowakische Philharmonie und das Filmsinfonieorchester. In diesen Jahren nahmen am Festival aber auch renommierte ausländische Musikkörper teil. So konnten die Příbramer Zuschauer etwa auch Spitzenleistungen der Leningrader Philharmonie und die Staatsphilharmonie Moskau genießen, und nicht zuletzt beehrten auch die Staatsphilharmonie Warschau und das Royal Philharmonic Orchestra London mit den Dirigenten Mark Ermler, Charles Groves, Arvid Jansons und Dimitri Kitajenko das Festival mit ihrer Teilnahme. Nach 1989 blieben allerdings ähnlich wie in der gesamten kulturellen Sphäre auch hier wichtige organisatorische Änderungen nicht aus. Ab 1990 übernahm das Theater Příbram die Organisation des Festivals, wobei das Festival (wohl) in Ermangelung finanzieller Mittel auf drei bis fünf Konzerte – zu einem großen Teil nur Kammerkonzerte – zusammenschrumpfte.
In den Jahren 1990 – 2000 wurde das Festival von unterschiedlichen Subjekten veranstaltet, im Jahr 2001 nahm sich die Abteilung für Bildung und Kultur des Stadtamtes Příbram, bzw. die Abteilung für Bildung, Kultur, Sport und Informationsdienste, des Festivals an und organisierte dieses bis 2015 in Zusammenarbeit mit dem vom Enkel des Maestros, Antonín Dvořák III, geleiteten Festivalausschuss.  In dieser Zeit, im Jahr 2012, wurde HF AD Příbram auch Mitglied der Assoziation der Musikfestspiele der Tschechischen Republik.
Im Bestreben, das Festival künstlerisch sowie wirtschaftlich weiterzuentwickeln, nahm das Stadtamt Příbram im Jahr 2015 eine Transformation des Festivals in Angriff. Diese Transformation bestand in der Übertragung der Veranstaltung des Festivals, einschließlich der Lizenzrechte, auf die neu gegründete gemeinnützige Gesellschaft Dvořákovo Příbramsko, z.ú. Diese wird geleitet von der bisherigen Programmdirektorin des HF AD Příbram, Mag. Albína Houšková, zum Verwaltungsratsvorsitzenden wurde erneut Antonín Dvořák III. gewählt.
Das Festivalprogramm besteht durchschnittlich aus zehn Konzerten, neben Werken Antonín Dvořáks ergänzen das Konzertprogramm stets auch Kompositionen der Meister des 18. und 19. Jahrhunderts sowie Kompositionen zeitgenössischer Komponisten  (des 20. und 21. Jahrhunderts). Für den guten Namen des Festivals spricht nicht zuletzt das Interesse der Künstler, hier die Erstaufführungen ihrer Kompositionen zu präsentieren oder - wie in einigen Fällen geschehen – ein Werk speziell zum Thema unseres Festivals zu komponieren. Ihre Weltpremiere feierten so im Jahr 2015 das an die melodische Linie der 9. Symphonie „Aus der Neuen Welt“ von Antonín Dvořák anknüpfende Werk Hiawatha´s song des aus Indien stammenden englischen Komponisten Jonathan Mayer in Příbram sowie das Projekt „Geistesmitklingen“, das die Musik Antonín Dvořáks mit Texten der Kralitzer Bibel und anderen spirituellen Texten sowie mit dem indischen Kathak Tanz verbindet. Ein Jahr zuvor ertönten die Zigeunermelodien Antonín Dvořáks in einer orchestralen Fassung der tschechischen Komponistin Sylvie Bodorová (dargeboten von der famosen Gabriela Beňačková).
Ein Teil des Festivals besteht zudem aus speziell auf Kinder (für Kinder angepasste Opernaufführungen u.ä.) oder die breite Öffentlichkeit (Open-Air-Veranstaltungen) zugeschnittene Begleitveranstaltungen.
Die Festivalkonzerte sind bei den Zuschauern auch deshalb so beliebt, weil eine Reihe der Konzerte in ungewöhnlichen, aber umso attraktiveren Räumen stattfindet, die sich nicht nur in Příbram selbst, sondern de facto in der ganzen Příbramer Region befinden. Genannt seien etwa die Antonín-Dvořák-Gedenkstätte im Neorenaissanceschlösschen in Vysoká, die Basilika auf dem Heiligen Berg, die St.-Jakobs-Kirche, das Schlösschen Ernestinum (František Drtikol Galerie), Schloss Březnice und Schloss Dobříš.
Das Antonín-Dvořák-Musikfestival nimmt im Selbstverständnis der kulturbewussten Příbramer Öffentlichkeit einen festen Platz ein und gewinnt auch in tschechischen Musikkreisen mehr und mehr Ansehen. Ein beredtes Zeugnis davon geben die vielen Angebote bedeutender tschechischer und ausländischer Interpreten, bei diesem Festival mitzuwirken. Alleine aus den letzten Jahren möchten wir wenigstens die folgenden Künstler nennen: G.Beňačková, E. Urbanová, D. Pecková, V.  Hudeček, J. Svěcený, J. Bárta, I. Ženatý, A. Plachetka und K. Englichová. Ziel des Festivals bleibt selbstverständlich nach wie vor, die Erinnerung an das wertvolle Werk Antonín Dvořáks hochzuhalten, sowie das Bemühen, dem Příbramer Publikum in einem repräsentativen Angebot auch andere Titel der tschechischen und ausländischen klassischen Musik aus den vergangenen Jahrhunderten und aus der Gegenwart näherzubringen. Ein weiteres Ziel besteht darin, als Inspiration für die Entstehung neuer Werke oder Projekte zu dienen und auf das Publikum aller Generationen edukativ einzuwirken.